Was uns viele nicht glauben und wohl auch nur traveller verstehen; reisen mit dem Rucksack ist durchaus anstrengend und kann wegen der vielen nötigen Planungen auch stressig werden. Deshalb hatten wir uns dazu entschlossen, nach unserem Trip durch Malaysia eine Woche Urlaub auf den „Gili-Inseln“ einzuschieben.
Am späten Abend des 20.04 landeten wir aus diesem Grund auf Bali. Die Gilis liegen in Indonesien, zwischen Bali und Lombok. Von Bali aus erreicht man die kleinen Inseln per Schnellboot innerhalb 1,5 Stunden. Schneller würde es von Lombok gehen, weil sie von hier nur einen Katzensprung entfernt liegen; allerdings müsste man um nach Lombok zu kommen ohnehin in Bali umsteigen. So entschieden wir uns für den direkten Weg von Bali aus.
Die ersten beiden Nächte buchten wir uns ein Zimmer im „Tune Hotel“ in Kuta, dem Ballermann der Australier. Kuta kannten wir ja noch von unserem letzten Besuch auf Bali. Rückblickend können wir nun sagen, dass wir froh sind damals nur einen Abend dort gewesen zu sein. Sehr aufdringliche und unangenehme Straßenhändler versuchen ihren Ramsch los zu werden und einheimisches Essen sucht man hier leider vergebens. Es dominieren amerikanische Fastfoodketten und internationale Restaurants. Wie das Leben in den vielen Resorts hier aussieht können wir nicht sagen, aber wahrscheinlich wesentlich entspannter.
Wir wollen uns aber nicht beschweren, um unser Boot auf die Gilis zu buchen eignete sich Kuta perfekt. So machten wir uns am nächsten Morgen auf um die diversen „seriösen“ Straßenreisebüros aufzusuchen. Nach kurzer Zeit und einigen Verhandlungen später hatten wir unsere Schnellboot Tickets in der Hand. Auch hier gilt wieder, der Endpreis des Händlers liegt in etwa 50% unter dem erst genannten. Wir zahlten für das Boot inkl. Bustransfer zum Hafen nach Padang Bai etwa 108€ für zwei Personen inkl. Rückfahrt.
So ging es am Morgen des 22. los; zunächst von Kuta nach Padang Bai mit einem Shuttle Bus. Wir wussten ja das Roller fahren auf Bali keinesfalls empfehlenswert ist, doch auch Auto fahren scheint dort mehr ein Glückspiel zu sein. Aus einer zweispurigen Fahrbahn wird spontan eine vierspurige gemacht und glattrote Ampeln sind ja fast noch grün… Auch überholen trotz Gegenverkehr ist auf Bali problemlos möglich.
Wir waren froh nach etwa 1,5 Stunden heile am Hafen von Padang Bai angekommen zu sein. Allerdings wurden wir auch hier wieder von zig Straßenverkäufern belagert, die Früchte, Tücher oder Sonnenbrillen zum Kauf anboten. Oft halten dir auch Kinder die Waren unter die Nase und betteln dich mit traurigem Gesicht an. Nach unangenehmer, aber immerhin kurzer Wartezeit kam dann unser Schnellboot und los ging die Fahrt zu den Gilis.
Die Gili Inseln bestehen aus drei verschiedenen Inseln. Gili Trawangan – gilt als die Partyinsel und die touristisch erschlossenste. Gili Meno – ist die ursprünglichste der drei Inseln und Gili Air – liegt irgendwo dazwischen. Wir entschieden uns auf Gili Trawangan zu bleiben, wo das Boot als erstes hielt; hier fanden wir eine große Auswahl an Unterkünften, sowie verschiedene Cafés und Beachbars vor. Der Pendelverkehr zu den anderen Inseln wird lokal gemanagt, und zwar mit unseren so heiß geliebten „Nußschalen“. ;o) Auf allen Inseln gibt es übrigens keine Autos, sondern nur Pferdetransporte oder Fahrräder!
Die Unterkunft für die ersten beiden Nächte hieß „The Beach House“. Ein sehr nettes, sauberes und fast schon luxuriöses Resort. Dort haben wir es uns sehr gut gehen lassen. Da der Preis des Resorts allerdings ein klein wenig über unserem Budget lag zogen wir für die nächsten 4 Nächte in das „Dream Diver Resort“. Der Bungalow hier war sehr einfach, hatte aber immerhin auch Klimaanlage und war fast um die Hälfte günstiger.
Außerdem konnten wir hier auch Tauchgänge buchen. Wir wollten unbedingt Schildkröten sehen, und so buchten wir einen Tauchgang für knapp 30€ pro Person. Da wir die einzigen waren, die an dem morgen tauchen wollten, hatten wir unseren Guide ganz für uns alleine. So konnten wir prima auf Schildkröten Entdeckungstour gehen. Keine Haie, aber mindestens 8 riesige Meeresschildkröten gab es dann für uns am „Shark Point“ zu sehen. Echt atemberaubend diese tollen Tiere in freier Wildbahn zu sehen. Da rückte unser erster „Octopus“, sowie ein riesiger „Lobster“ fast in den Hintergrund. Wegen der starken Strömung war es leider nicht so einfach Fotos zu schießen, ein paar sind dennoch etwas geworden.
Einen zweiten Tauchgang buchten wir aber nicht, da wir uns in der Tauchschule nicht ganz so wohl fühlten. Zurück im Divecenter bedeutete auch, zurück in der Nikotinwolke; ausnahmslos alle Mitarbeiter und Diveinstructor/master rauchten, und zwar Kette (Zigaretten kosten in Asien ja nichts). Tolles Vorbild! Wie war das nochmal in der Tauchausbildung mit der Luft und dem Nikotin?
Auf Trawangan zu bleiben war für uns genau die richtige Entscheidung. Einen Tag mieteten wir uns ein Fahrrad und drehten unsere Runden; wir machten es uns am Meer gemütlich oder genossen die Sonnenstrahlen in einem der Beachcafés. Auf Trawangan gab es auch unser so heiß geliebtes „Streetfood“. Äußerst empfehlenswert und mal wieder sehr günstig: „Mee Goreng“ (gebratene Nudeln mit Hähnchen und Ei) für 1,25€; „Chicken Cashew-Nut mit Reis“ für 2,50€… Wir lieben es!
An manchen Abenden hörte man auf Trawangan etwas lautere Musik. Wir fanden heraus, dass sich einige Resorts mit feucht fröhlichen Partys abwechseln. Dreimal in der Woche gibt es eine große Party, jeweils immer in einem bestimmten Resort; so kommen dann auch Partyverrückte auf ihre Kosten. Wer allerdings keine Lust hat auf Party muss auch nicht hingehen und kann weiterhin seine Ruhe haben. Wichtig ist nur zu wissen, in welchen Resorts die Partys steigen um diese dann nicht zu buchen. ;o) Ansonsten gilt: Der Muezzingesang am Morgen war für uns lauter zu hören als die Partymucke!
Überall auf den Gilis (außer auf Meno) werden dir von Einheimischen auch verbotene Substanzen angeboten. Auch die „supadupa Magic Mushrooms“ werden ziemlich stark beworben, immer mit dem ergänzenden Satz: „Es gibt ja keine Polizei hier!“. Wer´s braucht…
Wir waren in der Nebensaison da und fanden Trawangan echt nett, in der Hauptsaison von Juli bis Mitte September soll die Insel jedoch nicht empfehlenswert sein, weil sie dann aus allen Nähten platzt…
Allerdings gab es auch für uns zwei negative Aspekte. Zum einen die Einheimischen, die versuchen das große Geschäft mit den Touristen und ihrem Ramsch zu machen. So schlendert man entlang der Promenade und wird in einer Tour belagert: „Hey Boss, come in! Have a look!“. Zweitens gibt es eine dreiste Masche beim Thema Wechelgeld. Bezahlt man seine Rechnung, wartet man oftmals lange auf sein Rückgeld. Fragt man nach, bekommt man die Antwort, dass es vergessen wurde… Jaja! Einmal bekamen wir das Rückgeld in vielen kleinen Scheinen zurück und der Kellner verteilte es uns auf dem ganzen Tisch. Vielen Dank dafür!
Dies soll den ingesamt positiven Eindruck allerdings nicht trügen, uns hat es dennoch sehr gut gefallen. Gilt nur als kleine Randnotiz… ;o)
Neugierig besuchten wir mit einem Taxiboot natürlich auch die beiden anderen Inseln. Gili Meno fanden wir für uns viel zu ruhig. Es gab dort zwar einige nette Resorts, doch darüber hinaus wird nichts angeboten, keine Cafés oder Bars. Für Ruhesuchende allerdings, der perfekte Platz!
Gili Air hat uns sehr gut gefallen. Dort ist es ruhiger als auf Gili Trawangan und lebhafter als auf Meno. Die perfekte Mischung aus Resorts, Cafés und Bars! Auch hier gibt es einmal im Monat eine „Full Moon Party“. Auf Gili Air konnten wir dann auch einen Schnellkurs mitmachen; im Armbänder knüpfen. „Masul“ zeigte uns all seine Tricks. Eine ganz tolle Begegnung und ein tolles Andenken.
Nach 7 Tagen (am 28.) war unser Urlaub auf den Gilis leider schon wieder vorbei und es ging zurück nach Bali. Am Hafen von Padang Bai warteten auch schon wieder die Straßenverkäufer auf uns. Eine ältere Dame versuchte dann sogar unser Känguru aus dem Rucksack zu ziehen, was ihr zum Glück nicht gelang. Wir haben es vehement verteidigt… :o)
Die letzte Nacht, bevor es am 29. Zurück nach Oz ging verbrachten wir wieder im „Tune Hotel“, diesmal allerdings in Legian. Auch hier ist es für uns zu überlaufen und irgendwie unangenehm touristisch. Da waren wir froh uns am Abend auf ein Bier mit Nuno und Adi samt Familie in Jimbaran zu treffen. Was sollen wir sagen? Es waren mal wieder zu viele Bintang und zu viel Wein, aber ein grandioser Abschied für uns aus Bali. Suksema!!!
Hier nun unsere Urlaubsbilder…